heimat123.de - Fragen und Antworten
Liebe HEIMAT-Freunde und Freundinnen,
seit langem erhalte ich immer wieder inhaltliche Anfragen rund um die HEIMAT-Trilogie, die ich - teils auf der Basis eigener Recherche oder von Kontakt mit Beteiligten - selbstverständlich gern beantworte. Viele dieser Fragen bzw. meine Antworten darauf dürften für viele von Ihnen interessant sein, so dass ich mich entschieden habe, den bisherigen einschlägigen Mailverkehr nach interessanten Aspekten zu durchforsten und sie auf dieser Seite zusammen zu tragen. Auf diese Weise erfahren sowohl die gestellten Fragen als auch der mit der gewissenhaften Beantwortung verbundene Aufwand eine angemessenere Würdigung. Hier also eine Auswahl aus den vielen hunderten von Fragen und Antworten der vergangenen Jahre. Weitere werden folgen.
Die dauerhafte Gültigkeit von in den Antworten enthaltenen Links auf fremde Seiten kann ich leider nicht garantieren, interne Links wurden nach dem Domainwechsel aktualisiert.
Thomas Hönemann
Zeitliche Brüche innerhalb der
Trilogie
Verhältnis der Hunsrücker zu HEIMAT
Propagandakompanie: von links nach
rechts
Gisela Müller
Übersetzung aus dem Hunsrücker Platt
Wo spielt Marita Breuer jetzt
Theater?
Willi Burger
Fußnoten zu HEIMAT 123
Woher kommt die Name "Schabbach"?
Gastrolle Bernd Eichinger in Heimat
Orgelstück aus Heimat, Ende Film 9
Länge der Filme
Schnüsschen in Heimat
Inhaltsangaben von H123 in deutsch und englisch online?
Drehbuch Heimat
Hunsrück-Tour
Kontakt mit Edgar Reitz
Heimat123 auf Video/DVD
Heimat123 auf VHS
Lebensdaten - Unstimmigkeiten
Time-Life Marketing
Heimat 3: Tobi und Kind (Silvesternacht)
Autogrammadresse Marita Breuer
H3 Kürzungen, DVD-Fassung
Horst in Heimat (Sohn von Edu und Lucie)
Willi Burger alias Mathias Simon
immer up-to-date sein
englisch Untertitelte Fassung von HEIMAT?
Rolf Roth alias Anton Simon (Kind)
wissenschaftliche Veröffentlichungen
Rudolf Wessely in Heimat und H3
Historischer Bezug in Heimat
Ferntrauung (H1): Frau vor dem Fenster
Unklarheit wg. Arier-Nachweis (H1)
Französische Reiterin in H1 - Sinn?
Familie Assmann
Hermann und Gisela (H1 und H3)
Martha, Antons Frau, in H1 und (nicht) in H3
Thema Umweltschutz in H3
Heimat als literarisches Werk/Drehbuch
Heimat auf VHS, NTSC-Format
Interesse an Heimat
Musik in Heimat, Komponist, Interpreten
DZH: Todesdatum J. F. Kennedy
Geschichten aus den Hunsrückdörfern auf VHS/DVD?
autobiographische/authentische Elemente in H1
Tod von Rudi Molz
Charakter von Ernst, H1
Heimat: Identifikationspotenzial
Dokumentationen über H1 und DZH
Drehorte
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Meine erste Frage dreht sich wie einige andere auch um
zeitliche Verschiebungen und Unklarheiten. In Heimat 2 kommt Hermann 1970 nach
Schabach zurück, in Heimat 1 schon 1967 (mit zwei Geliebten). In Heimat 3 heisst
es dann er war vor 10 Jahren (also 1980) zum letzten Mal in Schabach, dabei
starb Maria ja 1982. (Wobei der Grabstein in Heimat 3, glaube ich, 1980 zeigt).
Sind diese Verschiebungen nur damit zu begründen, dass Heimat 2 und 3 solche
"Anpassungen" erforderten? Wäre es nicht möglich gewesen, die Chronik zu wahren?
M. S., 1.5.2007
Die zeitlichen Unstimmigkeiten waren schon oft Diskussionsthema, und im Grunde
kann man die Frage nur mit dem Verweis auf die künstlerische Freiheit des
Autoren und Regisseurs ER beantworten. Sowohl in DZH als auch in H3 sind Brüche
gegenüber der Chronologie der vorherigen Teile vorhanden, die in den
Abweichenden Daten auf den Grabsteinen nur einen äußerlichen Höhepunkt finden.
H3 beginnt 1989 z. B. mit Hermanns Feststellung, "20 Jahre lang hatte ich diesen
Ort nicht mehr betreten", obwohl er in H1 1982 zu Marias Beerdigung erscheint -
das würde jetzt witzigerweise wieder zu seinem Kurzbesuch 1969 mit den zwei
Freundinnen passen ... Beabsichtigt sind die Brüche sicher nicht, es steckt also
keine tiefere Bedeutung dahinter, es geht nur um die Story und ihre Dramaturgie,
es hätte doch z. B. etwas profan geklungen, wenn Hermann festgestellt hätte: "7
Jahre lang hatte ich diesen Ort nicht mehr betreten".
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Desweiteren stelle ich mir seit meinem eigenen
Auseinandersetzen mit und Einlassen auf "Heimat" die Frage, wieso das Filmepos
in meiner Familie, die fast ausschließlich aus dem Hunsrück kommt, nie ein
Gesprächsthema war. Wirkt "Heimat" auf klassische HunsrückerInnen doch zu
verstörend, zu sehr die-Heimat-in-Frage-stellend? Zu
intellektuell-subtil-progressiv für Familien wie die meine, die ausschließlich
(ich bin die Ausnahme) Bauern und Arbeiter - und fast durchweg (national)-konservativ
- sind? Aber auch in der Schule (an der Mosel in Cochem) spielte "Heimat" keine
Rolle, fand keine Erwähnung ...
M. S., 1.5.2007
Was das Verhältnis der Hunsrücker zu Heimat
angeht, so ist dies in der Tat nach meiner Erfahrung sehr gespalten. Alle, die
an H1 oder H3 beteiligt waren, sind natürlich Feuer und Flamme dafür. Ich habe
aber auch gehört, dass die Menschen in den unbeteiligten Gegenden des Hunsrück
oft missgünstig bis neidisch auf das Werk und seinen Erfolg geblickt haben. Ein
äußeres Merkmal für eine grundsätzliche Problematik ist auch z. B. die Tatsache,
dass Film 2 (Nacktszenen mit Edu und Lucie, einem "Freudenmädchen") einen
mittleren Skandal auslöste und viele zum Abschalten bewegte. Manchem Hunsrücker
war auch die schonungslose, teils komödiantische Darstellung der Menschen sowie
die Darstellung der ärmlichen, teils primitiven Lebensweise, unangenehm.
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In der letzten Episode von Heimat 1 (Seite 300 der Drehbuchs)
macht Anton die folgende Aussage:
"Wir hatten damals bei der Propagandakompanie en Vorschrift, dass die
Deutsche Soldate immer von links nach rechts durchs Bild gehe. Du musst dir mal
eine alte Wochenschau genau angucken. Da siehste die Deutschen immer von links
nach rechts marschiere. Ob Vormarsch oder Rückmarsch, Ost- oder Westfront, immer
siehst du sie von links nach rechts laufen."
Ich vermute, dass das eine historisch korrekte Information ist und wuerde gerne
wissen, welchen Quellen die beiden Drehbuchautoren diese Information entnommen
haben. Ich wuerde gerne verstehen wo ich weitere Information ueber diese
Vorschrift finden kann und was die Motivation fuer diese Vorschrift war.
A. M., 11.2.2006
In der Tat handelt es sich bei dem erwähnten
Zitat nicht um eine Erfindung von Edgar Reitz.
In dem Dokument
http://www.bundesarchiv.de/imperia/md/content/abteilungen/abtb/bildarchiv2/1.pdf
findet man z. B. folgende Aussage:
"Bei einer im Propagandaministerium veranstalteten (...) Tagung für
Berichterstatter der Propagandakompanien wurde gefordert, deutsche Truppen in
Bewegung immer von links nach rechts laufend oder fahrend zu zeigen, um bei
Aufnahmen von der Front im Osten den Eindruck eines erfolgreichen Vormarsches zu
vermitteln."
Fußnote 35, die die Quellenangabe zu dieser Aussage enthalten sollte, ist in dem
Papier leider nicht zu finden. Aber vielleicht hilft Ihnen die Information
schon.
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Wie heißt die Schauspielerin mit der faszinierenden Stimme, die
die Nichte der Münchener Mäzenin (Hannelore Hoger) gespielt hat und was macht
sie jetzt, Musik oder Schauspiel?
K. N., 2.2.2006
Es handelt sich um Gisela Müller. Sie arbeitet heute als Sängerin und
Gesangslehrerin in der Schweiz, wohnt in Basel.
Siehe
http://www.artisten.info/kuenstler/musik-schlager|chansons/-gisc07850013-de_qyv72fb.html
http://music.jdmag.net/index.html?dir=/dir/Ausbildung/Lehrer/index-4-23-743-5-0-.html
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Hallo!
Könnten Sie mir zu nachstehendem Text (siehe unten,
Kursivdruck) eine deutsche Übersetzung besorgen?
B. D. S., 1.1.2006
Der zitierte Text ist eine Ansammlung von besonders markanten Begriffen aus den
Hunsrücker Platt, die im Zusammenhang keinen besonderen Sinn ergibt, es ist eher
eine Hommage an den Dialekt. [Anmerkung: Ich habe die folgende Übersetzung nach
bestem Wissen und Gewissen angefertigt. Sollte ein "native Speaker" noch auf
Unstimmigkeiten stoßen so bitte ich um kurze Nachricht.]
"Ue, unne, vore, hinne. Drue, drunne, drauße, drinne
Oben, unten, vorne, hinten, dort oben, dort unten, draußen, drinnen,
Loo, doo, hie, Frickelscher un Kieh
dort, da, hier, Ferkelchen? (=kleine Schweine) und Kühe
Knäpperscher, Krieschele, Wehle un Schlehe
Wildkrischen, Stachelbeeren, Heidelbeeren und Schlehen
Verziehlscher, Geheischnis.
Erzählungen, Geborgenheit (siehe auch
http://www.heimat123.de/news.htm, Eintrag vom 7.1.2005)
Eisch, meisch, deisch, ue, unne, vore, hinne
Ich, mir/mich, dir/dich, oben, unten, vorne, hinten
Vatter, Mutter, Kinn, Unkel un Gesinn
Vater, Mutter, Kinder, Onkel und Gesinde (= Hausangestellte, Knecht und
Magd) [diese Zeile bezieht sich auf einen Hunsrücker Spruch, den der alte Willem
auf dem Friedhof (H1, Film 11) zitiert: "Vater, Mutter, Kind, Onkel und Gesind.
Die waren frieher all beisamme im Haus. Haut sind sie in der ganzen Welt
verstraut."]
die Goot und der Pat, im Himmel schwätze se Hunsrücker Platt."
Die Goot und der Pat, im Himmel sprechen sie Hunsrücker Platt. (mit Goot und
Pat werden im Hunsrücker Platt Taufpatin und Taufpate bezeichnet, im Film Marie-Goot und Mäthes-Pat (=
Patin Maria und Pate Mathias) - wessen Taufpate die beiden sind bleibt übrigens
offen.)
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Hallo, Thomas,
(...) Weißt du, wo Marita Breuer jetzt Theater spielt? (Ich konnte im Internet
nichts finden und die Pressestelle vom Theater in Aachen gibt keine Auskunft.)
Ich hoffe, dass sie nicht krank ist.
A. S., 25.12.2005 (Bezug: http://www.heimat123.de/actors.htm)
Wo Marita Breuer zukünftig Theater spielen wird
ist offenbar noch unbekannt. Zunächst einmal geht das Gerücht, dass ihr Weggang
von Aachen mit dem Weggang des Intendanten Paul Esterhazy zusammenhängt. Der
sollte angeblich nach Bern wechseln, die Vermutung war, das M. B. mit dorthin
geht, aber bereits was den Verbleib von Esterhazy angeht verliert sich die Spur
sehr schnell.
Im Internet findet man noch folgendes: "Zieht es Paul Esterhazy, den scheidenden
Intendanten des Theaters Aachen, in die Schweiz? Die Berner Zeitung berichtet,
dass er nicht nur der Favorit für die Nachfolge von Intendant Eike Gramss am
Stadttheater Bern sein soll, sondern sogar der «Kronfavorit»." (der zugeordnete
Link funktioniert leider nicht mehr ... und auf der Seite des Stadttheaters Bern
wird noch der alte Intendant Gramss geführt ...)
Fragen über Fragen also, ich hoffe, dass sich die Finsternis bald lichtet.
Jedenfalls, das zu Deiner Beruhigung, ist niemals die Rede davon gewesen, dass
Frau Breuer erkrankt sei o. ä.
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Lieber Herr Hoenemann,
laut verschiedener Angaben ist Willi Burger 1983 verstorben. Laut anderer
Angaben verstarb er vor Abschluss der Dreharbeiten zu Heimat 1. Die Dreharbeiten
zu Heimat 1 sollen jedoch im November 1982 abgeschlossen worden sein. Dies passt
wohl nicht so recht zusammen.
Bei einem Besuch auf dem Dorffriedhof von Nannhausen bin ich auf das Grab eines
Willi Burger gestoßen, die Lebensdaten lauten 1913-1981. Vielleicht können Sie
mir mitteilen, ob es sich bei ihm um den Darsteller des Großvater Simon handelt!
C. G., 17.10.2005
Das Grab in Nannhausen ist tatsächlich das richtige, denn Willi Burger ist im
Dezember 1981 an Krebs verstorben. In Folge 6 (Heimatfront) begrüßt er noch die
Martha, taucht dann aber schon bei der Ferntrauung nicht mehr auf, die im Januar
82 gedreht wurde. In Film 7 (Die Liebe der Soldaten) wird er nur noch als krank
geführt, die Szene in der Nacht wurde in anderem Zusammenhang viel früher
gedreht und später hereingeschnitten.
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Ich hätte eine Frage bezüglich
:"Fußnoten". Wissen Sie vielleicht, wann und wie lange fanden (bzw. finden
werden) die Dreharbeiten zu Fußnoten? Und wieso Hr. Reitz überhaupt den Rest von
nicht gezeigten Filmmaterial endlich zeigen will?
A. W., 5.8.2005
Die eigentlichen Dreharbeiten zu den Fußnoten dauern nicht sehr lange, sondern
stehen, kaum begonnen, bereits kurz vor dem Abschluss, da ja lediglich die
Rahmenhandlung mit Lulu (Nicola Schössler - siehe auch das Foto unter
http://www.heimat123.de/whtfg.htm
und Informationen auf http://www.heimat123.de/news.htm) tatsächlich neu gedreht werden muss. Alles
andere Material existiert bereits, da es eigentlich für Heimat, DZH oder H3
gedreht wurde, letztlich aber nicht für die Filme verwendet wurde. Es handelt
sich dennoch nicht um minderwertiges Material, sondern vielmehr um geplante und
in der Regel mehrfach gedrehte Szenen, die aber letztlich eben der Dramartugie
zum Opfer fielen. Edgar Reitz möchte dieses Material veröffentlichen, weil er
der Meinung ist, dass es qualitativ sehenswert ist und inhaltlich eine sinnvolle
Vertiefung der HEIMAT-Trilogie darstellt. Dabei hat er auch sicher an die
HEIMAT-Freunde in aller Welt gedacht, die sich z. B. bei Treffen im Hunsrück, in
Foren und Mailinglists austauschen und dabei scheinbar gar nicht tief genug in
den Stoff eindringen können. Gerade für sie werden die Fußnoten eine wahre
Fundgrube sein.
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Woher kommt die Name "Schabbach"? Es ist mich nämlich
aufgefallen das oben rechts im Denkmal in Hundheim als erste die name 'Schabbach
Josef' steht. Ist das zufällig, oder ist das gewissen? Hat Herr Reitz dar die
Inspiration geholt?
J. B., 23.7.2005
Der Name Schabbach ist ein im Hunsrück recht verbreiteter Familienname.
Grundsätzlich suchte Edgar Reitz nach einem typischen Hunsrücker Namen, den
allerdings kein realer Ort der Welt tragen sollte. Erzählungen nach entstand die
Idee für diesen Namen bei den Recherchen für HEIMAT bei der Besichtigung des
Friedhofes in Bischofdhron bei Morbach, auf
dem offenbar besonders viele Menschen mit Familiennamen Schabbach ruhen. In der
Tat findet sich auch auf dem Kriegerdenkmal in Morbach Hundheim, das als Vorbild
des Schabbacher Kriegerdenkmals diente (vgl. http://www.heimat123.de/h1drehort.htm), unter dem Jahr 1945 dieser Name.
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Es erscheint mir, als wäre der eine Belgier (von AGFA oder wer
auch immer die Simon Optik uebernehmen wollte) Bernd Eichinger. Er sieht genau
so aus und stellt sich sogar als "Eichinger" vor. Kommt er im Abspann vor? Wurde
diese kleine Tatsache bis jetzt schon diskutiert? In Eichingers Filmographie als
Actor bei IMDB taucht dieser Fact jedenfalls nicht auf.
H. G., 26.4.2005
Sie haben Recht. Tatsächlich hat Bernd Eichinger hier eine kleine Gastrolle
übernommen. Sein Name taucht auch (neben Laurens Straub (siehe
http://www.fuehrerex.de/start/i_straub.htm), der offenbar den anderen
Belgier spielte) im Abspann auf, abgesetzt am Ende der Darstellerliste: "sowie
Bernd Eichinger und Laurens Straub". Im übrigen war es auch Eichinger, der Edgar
Reitz zum (durchaus gewagten!) Titel "Heimat" überredete, während Reitz
ursprünglich "Geheischnis" (siehe http://www.heimat123.de/news.htm, Eintrag vom 7.1.05), später dann "Made in
Germany" preferierte.
Nachtrag: zu Bernd Eichinger siehe auch
http://www.filmportal.de/df/fe/Credits,,,,,,,,D47E05D590EC40329B8A904AA260DBF3credits,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,.html
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Wissen Sie, was das fuer ein Orgelstueck ist, das Hermann am
Schluss der Folge 9 bei Heimat 1 in der Kirche von Schabbach spielt, als Lotti
hereinkommt? Ich vermute, dass es nicht eine Komposition des Komponisten der
Filmmusik von Heimat 1.
H. G., 26.4.2005
Die Orgelmusik vom Ende von Film 9 ist nach meiner (bisher nicht weiter
überprüften) Ansicht eine Improvisation aus der Feder von Nikos Mamangakis, der
die Filmmusik geschrieben hat. Dafür spricht der Stil, der wohl typisch für
Mamangakis' Werke aus dieser Zeit ist. Die Soundtrack-CD enthält dieses markante Stück
leider nicht. Und im Abspann des Films ist außer "Musik: Nikos Mamangakis" kein
Hinweis zu finden.
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Gibt es eine Webseite oder Liste mit der Spieldauer der
einzelnen Folgen von Heimat 1 und Heimat 2 (VHS und DVD)?
W. F., 18.4.2005
Ja, die gibt es: http://www.heimat123.de/facts.htm (siehe 'Die Filme und Ihre Dauer').
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Man findet ja - nicht zuletzt auf
dieser Seite - jede Menge Infos zu den Darstellern. Aber wer ist denn nu' die
Schauspielerin, die Schnüsschen in Heimat 1 spielt? (sie ist mir als junger
Spund in den 80'ern lebhaft in Erinnerung geblieben....)
S., 9.4.2005
Schnüsschen in Heimat wurde gespielt von Petra
Spengler aus Schneppenbach.
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Ich zeige hier die ganze Heimat - wo gibt es die besten
englischen (und deutschen) Kurzinhaltsbeschreibungen der drei Teile - können Sie
helfen?
L. S., 27.2.2005
Kurzinhalte aller drei Teile finden Sie - so weit vorhanden - wie folgt:
Heimat:
deutsch: http://www.heimat123.de/heim1inh.htm
englisch: schwierig! Am ehesten eignen sich die Einleitungen von Ivan Mansley
aus der englischsprachigen Mailinglistdiskussion zu HEIMAT, zu finden unter
http://www.heimat123.net/introduction/index.html. Es handelt sich dabei
bereits um wissenschaftlich vertiefte Inhaltsangaben, für Ihre Studenten sicher
genau das Richtige.
DZH:
deutsch: http://www.heimat123.de/heim2inh.htm
englisch:
http://www.heimat123.net/actors/episodes.html, ansonsten sind auch hier die
Einleitungen von Ivan Mansley interessant. Sie liegen auf
http://www.heimat123.net/introduction/index.html [inzwischen vollständig]
vor.
Heimat 3:
deutsch: http://www.heimat3.de/inhalt.html
englisch: http://www.heimat3.de/english/frame.html
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Ganz toll, daß Sie sich diese Mühe mit dem Drehbuch gemacht
haben. Meine Frage ist (wie sie schon viele andere auch gestellt haben), ob man
es - oder ein Kapitel daraus - käuflich erwerben kann.
H. R., 16.2.2005
Das von mir überarbeitete Drehbuch (siehe
http://www.heimat123.de/h1db.htm) dürfen Sie kostenlos herunterladen und -
falls Sie mögen - auch ausdrucken. Es gibt davon keine offiziell aufgelegte Print-Version. Ich stelle das Drehbuch mit Genehmigung von Edgar Reitz (bei dem
die ideellen Urheberrechte und auch die Urheberrechte für die ursprüngliche
Version auf www.erfilm.de liegen) für die
private, nicht-kommerzielle Nutzung frei zur Verfügung.
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Welche Tipps haben Sie für mich, wenn ich den Hunsrück einmal
besuchen möchte. Was muss ich Ihrer Meinung nach unbedingt gesehen haben?
M. H., 11.2.2005
Im Idealfall würde ich Ihnen empfehlen, an einer von Eva-Maria Schneider oder
Helma Hammen geführten Bustour teilzunehmen (vgl.
http://www.heimat123.de/heimtour.htm, Angebot der Hunsrück-Touristik). Falls
dies nicht möglich ist, können Sie sich über die Drehorte auf den Seiten
http://www.heimat123.de/h1drehort.htm und
http://www.heimat123.de/h3drehort.htm orientieren, eine mögliche (in dieser
Reihenfolge von West nach Ost (oder umgekehrt) gut abfahrbare) Route könnte
sein:
Burgruine Baldenau, evtl. Schiefergrube Bundenbach (mit Besichtigung, sonst
nicht lohnend), Woppenroth, Anzenfelder Mühle (Privatgelände, vorher anmelden!),
Gehlweiler (Schmiede), Maitzborn, Ravengiersburg, Sargenroth (Friedhof der
Nunkirche), Riesweiler, Simmern, Oberwesel ("Günderrodehaus"). Die Tourenkarte
http://www.heimat123.de/b/tour.jpg
kann Ihnen bei der Planung helfen und eine Übersicht über die genannten und
weitere Drehorte verschaffen.
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Ich würde gern Edgar Reitz eine persönlich kontaktieren, haben
Sie eine Mail-Adresse von ihm?
M. K., 26.1.2005, u. v. a.
Ja, aber die gebe ich nur ungern weiter. Bitte nutzen Sie die
Kontaktmöglichkeiten auf
http://www.heimat3.de/impress.html: ERF Edgar Reitz Filmproduktion GMBH,
Agnesstr.14, 80798 München, Tel.: +49-89-272 32 76, Fax: 089 - 271 97 60,
e-mail: info [at] erfilm.de
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Ich möchte gerne wissen ob man die Filme, Heimat, Zweite Heimat
und Heimat 3 auch auf Video oder DVD bekommen könnte. Ich bin schon Jahre sehr
beeindruckt speziell von Die Zweite Heimat. Ich war sehr froh Heimat 3
vollständig sehen zu können auf dem holländische Fernsehen.
G. K., 24.1.2005
Die gewünschten Informationen finden Sie unten auf der Seite
http://www.heimat123.de/heimav.htm.
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Wie komme ich an Heimat I, II und III auf VHS (ich habe keinen
DVD-Player) zum Ausleihen oder Kaufen?
S. B., 23.1.2005
HEIMAT und DIE ZWEITE HEIMAT erhalten Sie auf VHS-Cassetten:
http://www.absolutmedien.com/main.php?view=film&id=81
http://www.absolutmedien.com/main.php?view=film&id=190
Preislage beim Verleger AbsolutMedien, wo sie derzeit am günstigsten sind, etwa
um 60 bzw. 100 Euro, vielleicht billiger auf eBay. Die VHS werden so wie es
aussieht nicht nachproduziert, und zu H3 gibt es keine VHS, hier gibt es nur die
DVD. (...) Wenn Sie mich persönlich fragen, DVD bieten gegenüber VHS so einen
qualitativen Unterschied in Bild- und Tonqualität sowie Haltbarkeit und
Handling, investieren Sie doch die 50 Euro und schaffen Sie sich einen
DVD-Player an. Sie werden es sicher nicht bereuen.
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Mir ist leider aufgefallen, dass die Jahreszahlen auf dem
Grabstein Wiegand nicht stimmen: Martha Wiegand ist da erst 1898 und Alois 1899
geboren, Maria ja aber bekanntermaßen schon 1900. In beiden Stammbäumen steht
aber, da Martha 1878 und Alois 1870 geboren sind, außerdem ist Martha 1945 und
nicht 1948 gestorben (was mir aus der Serie zwar nicht in Erinnerung ist, aber
vielleicht kommt es ja nicht direkt vor). Auch die Daten für Maria, Marie Goot
und Paul sind verschieden. Ich wende mich an sie, da sie vielleicht mehr Kontakt
zu den "verantwortlichen" Personen haben, oder wenigstens wissen, wer diese
sind.
B. F., 12.1.2005
In der Tat bestehen Differenzen zwischen den Todesdaten in den zwei
verschiedenen Stammbäumen und den Grabsteinen, die auch jetzt noch auf dem
Friedhof bei der Nunkirche in Sargenroth stehen (vgl. Seite Drehorte H3,
http://www.heimat123.de/h3drehort.htm). Ich habe in meiner
H1-Darsteller-Seite (http://www.heimat123.de/actors.htm)
die Differenzen aufgeführt. Es gibt dafür keine sehr bedeutsame Erklärung,
sondern einfach nur die, dass dabei von Edgar Reitz und seinem Team wohl ungenau
gearbeitet wurde. Was Martha Simon angeht irren Sie allerdings, sie ist noch im
letzten Film von H1 auf der Kirmes zu sehen. Ihr Todesjahr wird mit 1984
(Stammbaum H1 http://www.heimat123.de/b/h1stb.jpg und Grabstein) bzw. mit 1987 (Stammbaum
H3 http://www.daserste.de/heimat3/stammbaum.asp) angegeben.
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Heute morgen habe ich nach den Nachrichten im
Frühstücksfernsehen nochmal kurz durch die Programme gezappt. Was ich da in einem
Werbeblock (ich glaube es war Kabel 1) gesehen habe, hat mir doch die Sprache
verschlagen. Es war ein relativ reißerischer Werbefilm von Time-Life (die
vertreiben sonst solche exklusiven Oldie-CD-Boxen oder fragwürdige Doku-DVD´s
über den 2. Weltkrieg usw.). Dort wurden (wenn ich das richtig verstanden habe)
die Heimat-DVD´s einzeln angeboten (also nicht die Boxen einzeln, sondern die
jede DVD einzeln). (...) War Dir das bekannt, dass auch ein solcher Vertriebsweg
genutzt wird? Wurde hierüber schon diskutiert? Ob Herr Reitz davon weiß? Also
ich finde, dass diese Art der Werbung nicht dem künstlerischen Wert der
Heimat-Trilogie gerecht wird.
P. H., 6.1.2005
Im Grunde sollte uns allen jegliche Strategie, die Verbreitung der DVD zu
forcieren, recht sein, aber dies hinterlässt aufgrund dieser Stückelung und der
reißerischen Machart schon einen merkwürdigen Beigeschmack, das beurteile ich
genau so wie Du. Insbesondere die Art und Weise, wie hier Käufer/innen gelockt
werden sollen, wird der Sache überhaupt nicht gerecht, und die Preise stimmen
erst recht nicht. Ich schätze, dass der Produzent, also Kinowelt, für diesen
Vertriebsweg verantwortlich ist. Da wird Edgar Reitz wohl kaum gefragt worden
sein, zumal er seine Rechte was die Vermarktung angeht sicher vertraglich an
Kinowelt übertragen hat. Erfreut dürfte er über diese Masche sicher nicht sein.
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Da ich bislang die DVD Fassung noch nicht gesehen habe, sind
ein Kollege und ich in einem kleinen Detail unklar: mit wem tauchte Tobi bei der
Silvesterfeier am Guenderode-Haus auf (Film 6)? In keiner Besetzungsliste taucht
diese Frau auf. Hat Tobi geheiratet? Wir haetten das gerne genauer gewusst!
Wissen Sie da mehr?
A. S., 4.1.2005
Die Frage ist berechtigt, denn das Mädchen, mit dem Tobi bei der Silvesterfeier
auftaucht ist vorher (Film 2) konsequent herausgeschnitten worden. Es handelt
sich um das behinderte (Down-Syndrom) Kind namens Anna seiner Dresdener Freundin
Biggi, die ebenfalls unter den Schneidetisch gefallen ist.
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Der zur Zeit in der ARD ausgestrahlte Film "Heimat 3" ist
offensichtlich geschnitten um Ihn in eine "fernsehtaugliche" Fassung zu bringen.
Können Sie mir sagen ob die im Handel erhältlichen DVD die ungeschnittene
Fassung enthalten? Oder wo man die ungeschnittene Fassung bekommen kann ?
K. W., 23.12.2004
In der Tat, sie zurzeit gesendeten Folgen sind teils drastisch gekürzt (näheres
unter http://www.heimat123.de/h3tvku.htm). Die im Handel ab 49,99 Euro erhältliche
DVD-Edition dagegen ist ungekürzt. Siehe http://www.heimat123.de/heimav.htm.
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Habe in der Zusammenfassung zu H1 im Stammbaum (http://www.heimat123.de/b/h1stb.jpg)
entdeckt, daß "Horstchen" Simon (Sohn von Eduard und Lucie) 1943 oder 1947
verstorben ist ... hatte H1 schon vor Jahren gesehen und mich schwach erinnert
(mit Handgranate "gespielt"?), was genau ist sein Schicksal ?
K. L., 22.12.2004
Horst starb laut übereinstimmenden Angaben auf Grabstein (siehe
http://www.heimat123.de/bd/gs2.JPG)
und in Stammbäumen (vgl. http://www.heimat123.de/b/h1stb.jpg und
http://www.daserste.de/heimat3/stammbaum.asp) 1949.
Ihre Erinnerung täuscht Sie nicht. Horsts Schicksal wird in einem netten Dialog
so beschrieben: "erst hat er 'ne Eins in Mathe geschrieben, und dann die
Tellermine im Wald gefunden ..."
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Ich war mehr als fasziniert, als ich in der letzten Woche den
Mehrteiler Heimat verfolgte. Nun zu meiner Frage: Warum können die Anwesenden
"Toten, Geister" im letzten Teil den Opa nicht sehen? Lag es an dem Tod des
Darstellers in des realen Welt und war so eine Notlösung? Ich verstehe nicht
ganz, warum die Anwesenden ihn nicht sehen können sollten, er war doch blind -
es könnte doch nur anders herum sein, daß er da ist, aber die Anwesenden nicht
sehen kann?
M. s., 18.12.2004
Eigentlich haben sie Recht. Es war eine (wie ich finde nicht ungeschickte)
Notlösung, da in der Tat - wie Sie schon richtig vermuten - der Darsteller des
Mathias, Willi Burger, noch während der Dreharbeiten verstarb.
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Mit Begeisterung habe ich die Nachricht von der geplanten
Veröffentlichung des geschnittenen Materials als Ergänzung zur DVD-Ausgabe, die
bereits komplett in meinem Schrank steht, zur Kenntnis genommen. Ich möchte den
Zeitpunkt der Veröffentlichung auf keinen Fall verpassen, da ich davon ausgehe,
daß eine solche Ausgabe vermutlich in geringer Auflage aufgelegt werden wird.
Könnten Sie mich kurz per E-Mail auf dem laufenden halten, falls es einen neuen
Sachstand hins. dieses Projektes gibt? Im Fall einer bevorstehenden
Veröffentlichung möchte ich mich umgehend darum kümmern.
H., W., 18.12.2004
Am einfachsten wird es sein, wenn Sie meinen Newsletter abonnieren. Dort werden
Sie in unregelmäßigen Abständen zeitnah über die neuesten Entwicklungen
informiert. Senden Sie dazu eine Mail mit Betreff "Anmeldung" an
heimat123news [at] gmx.de
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Der Chef meines Sohnes (...) sucht für einen Geschäftspartner
in Amerika die Originalfassung von Heimat 1 in Englischer Sprache (keine
Untertitel! ). Wissen Sie, ob es so was gibt? Oder wissen Sie, wo man so etwas
her bekommt!
V. M., 14.12.2004
Da ich auch sehr stark in der englischsprachigen Diskussion um HEIMAT über die
Seiten von ReindeR Rustema beteilig bin kann ich leider mit großer Sicherheit
sagen, dass es keine englisch synchronisierte Version von HEIMAT gibt. Es gibt
lediglich die untertitelte Version, inzwischen auch als DVD erhältlich:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B000284A56
oderhttp://www.amazon.co.uk/exec/obidos/ASIN/B000284A56.
In den USA ist auch noch das (untertitelte) VHS-Video erhältich:
http://www.amazon.com/exec/obidos/tg/detail/-/B00004REDT
Alles nicht gerade billig ...
Nachtrag: inzwischen hat Tartan-Video nach HEIMAT auch eine englisch
untertitelte (wohlgemerkt, nicht synchronisierte!) DVD-Fassung und DZH
herausgebracht, vgl. http://www.heimat123.de/heimav.htm.
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Hallo, ich habe ein ganz simple Frage. Was ist aus dem
Laiendarsteller Rolf Roth geworden? Ich fand ihn in seiner Rolle ganz
fantastisch. Allein die Szenen, wo er versucht hat, das Marschieren zu lernen -
großartig. Er hat mir sehr gut gefallen.
K. P., 14.12.2004
Rolf Roth lebt heute in Oppenheim am Rhein und arbeitet als
Maschinenbauingenieur in Frankfurt. Mit der Schauspielerei hat sich nach HEIMAT
nichts mehr für ihn ergeben, auch deshalb, weil er selber nicht recht wollte. Er
war noch sehr jung beim Dreh (12 oder 13), und daher war es schwer für ihn, mit
dem ganzen Rummel um den Film umzugehen; wie soll das auch so ein junger Mensch
können ... so hat es mir eben Frau Schneider berichtet, die die Adresse von
seiner Mutter hat.
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Was mich noch interessiert, ist, ob es über die Heimat-Zyklen
auch wissenschaftliche Publikationen o. ä. gibt. Mir ist bisher nur ein Buch
über Edgar Reitz bekannt.
H. K., 15.12.2004
Ja, die gibt es, siehe
http://www.heimat123.de/heimlit.htm.
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Mir ist aufgefallen, dass der Mann am Rhein, den Hermann
trifft, als ihn der Chauffeur von Anton vom Fußballspiel zurückbringt, der selbe
Schauspieler ist (Otto Wassily?), wie der, den Paul Simon auf Ellis Island
trifft. Und beide Male spricht er quasi etwas dem Alltag Enthobenes,
Symbolisches aus, das dem jeweiligen Simon doch recht seltsam vorkommt, aber
eine kommentierende bzw. deutende Funktion hat, oder?
H. K., 15.12.2004
Sehr aufmerksam, Sie haben Recht. Es ist Rudolf Wessely. Was die Bedeutung
seiner Rollen angeht sehe ich es ähnlich wie Sie. Ich bin gespannt, ob er in der TV-Fassung
herausgeschnitten wurde. (Nachtrag: Er wurde nicht, was wiederum die Bedeutung
dieser Szene für Reitz unterstreicht.)
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"SS-Mann Wilfried erschießt einen verwundeten englischen
Bomberpiloten". Das ist wohl auch tatsächlich so passiert. Ich würde Sie gerne
fragen, ob es eine Quelle gibt, auf welches historische Ereignis Edgar Reitz
sich dabei bezieht. Hintergrund meiner Frage: Ich beschäftige mich schon länger
mit der Heimatgeschichte 1933-1945 und würde diesen Punkt gerne erfahren.
K. W. H., 14.12.2004
Ob sich Edgar Reitz mit dieser Szene an ein konkret vorgefallenes Ereignis
angelehnt hat weiß ich nicht, es kommt mir aber durchaus wahrscheinlich vor:
Viele Elemente in HEIMAT sind nicht frei erfunden, sondern beruhen auf
Überlieferungen, die Edgar Reitz und sein Co-Autor Peter Steinbach in alten
Zeitungen gesammelt oder sich von den Dorfbewohnern von Woppenroth u. a.
erzählen lassen haben. Sollte die Szene indes nicht auf einer solchen
Überlieferung beruhen, so hätte Reitz sie erfinden müssen, denn es ist eine
Schlüsselszene im Bezug auf die Charakterisierung von Wilfried Wiegand.
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Es gab eine szene (ich glaube, als anton seine
soldaten-heirat durchführte): in seinem elternhaus tritt ein mädchen (das man
vorher allein auf einsamer strasse um schabbach herum sah) vors fenster und
schaut vorsichtig und unbemerkt von außen herein. wer war das? was soll es
bedeuten?
N. W., 14.12.2004
Gut beobachtet! Ich habe die Bedeutung diese Mädchens auch erst aus dem Drehbuch
(siehe http://www.heimat123.de/h1db.htm) erschließen können. Demnach handelt es
sich um eine frühere Freundin Antons, die offenbar die Hoffnung hegte, Anton
würde sie nach dem Krieg ehelichen.
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Bei kriegsausbruch fährt maria mit antonsche nach hamburg, um
paul vom schiff abzuholen. es gibt schwierigkeiten bei der einreise wg.
arier-nachweis. die vergeblichkeit des nachweises (archiv-szene) wird nicht
dargestellt. ist der film arg geschnitten worden? war das nicht ein bisschen
sprunghaft und damit schwer zu verstehen?
N. W., 14.12.2004
Sie haben da nicht ganz unrecht, allerdings wird die Vergeblichkeit des
Nachweises ja in der Szene deutlich, in der Anton und Maria im Hotelzimmer
darüber reden, dass das Schiff nun wieder ablegen würde ("Anton, dei Mudder hat
alles falsch gemach ..."), womit die Hoffnung auf Le Havre ja noch nicht erledigt
ist. Dass es auch dort nicht funktioniert hat wird erst später deutlich
(spätestens in der Einleitung zur nächsten Episode).
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was will uns die französische reiterin (auf dem weg nach berlin)
sagen?
N. W., 14.12.2004
Die Episode beruht wenn ich mich recht entsinne auf einer der Erzählungen der
Einheimischen, die Reitz und Steinbach in das Drehbuch eingeflochten haben. Die
auf der Basis dieser Story entwickelten Pointen (Salle de bain und Mitte der
Welt) sind einfach großartig, nicht?
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Die Elisabeth Assmann (Hanni in H3 und Mutter von Jutta
Altmeyer (Gisela Simon) wie sie berichten) hat auch mitgespielt in DZH, aber ich weiss nicht in welche Rolle. Ist sie übrigens Familie von Marlise Assmann (die
Apollonia in Teil 1 Heimat1)?
G. J. J., 10.12.2004
Tatsächlich stammt auch Marliese Assmann (heute: Marliese Klein), die die
Appolonia gespielt hat, aus der Assmann-Familie: Elisabeth ist ihre Mutter.
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Noch eine andere Frage: Im letzten Teil von Heimat (Das Fest
der Lebenden und der Toten) sehen wir Hermann und Anton's Tochter Gisela als
Liebespaar. Wir schreiben 1982. In Heimat 3 schließt Hermann sich wieder die
Schabacher Familie an und begegnet u. a. der Gisela. Es gibt aber kein einziger
Hinweis auf ihre frühere Beziehungen. Hab Ich recht?
G. J. J., 10.12.2004
Was Hermann und Gisela angeht so haben Sie Recht, abgesehen von ein paar
Blicken, die in die Richtung gedeutet werden könnten, gibt es darauf keine
Hinweise mehr.
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Gibt es in den Filmen Hinweise zum Tod von Anton Simons Frau -
oder verschwindet die so einfach aus der Geschichte?
A. S., 28.9.2004
In der Tat verschwindet die Martha
(leider!) einfach so aus der Geschichte. Im Stammbaum,
der im Presseheft H3 abgebildet ist, wird das Jahr 1987 als Todesjahr angegeben,
auf dem Grabstein in Sargenroth steht 1984 als Todesjahr.
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Gab es nach dem, was Sie von Herrn Reitz wissen, irgendwann
Pläne oder die Absicht, das Problem der Umwelt- und damit Heimatzerstörung auf
dem Hunsrück in den dritten Teil mit ein zu beziehen. Gerade hier in Bayern
berufen sich viele Menschen in der Frage des Naturschutzes auf ihr Recht auf
Heimat. Bei den Menschen meiner Heimat habe ich oft den Eindruck, daß man mit
dem Hunsrück fast nur noch den Dialekt, aber nicht mehr das Land, die Wälder und
die Täler verbindet. Es würde mich sehr interessieren wie Herr Reitz dieses
Problem sieht bzw. ob es je eine Rolle in den Überlegungen zum Drehbuch
gespielt hat.
W. H., 4.9.2004
Der Umweltschutz an sich ist kein Thema, das in diesem Film ernsthaft verfolgt
wird. Als Ernst, einer der Protagonisten, eine Schiefergrube zum Museum umbauen
will, ruft dies allerdings einige zugezogene Städterinnen auf den Plan, die um
den Baumbestand fürchten. Hier werden diese Umweltschützerinnen jedoch eher
karikiert als als ernsthaft beurteilt. Stattdessen wird die Friedensbewegung des
Hunsrück, die ja gerade im Zusammenhang mit der Stationierung der Pershings im
Hunsrück sehr aktiv war, recht ausführlich dargestellt.
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Gibt es eigentlich "Heimat 1" als literarisches Werk?
K. U. U., 7.9.2004
Es gibt ein Drehbuch zur ersten Heimat, jedoch keine literarische Nacherzählung
in Form eines Romans, wie es sie zu Heimat 3 gibt. Hier die
bibliographische Angabe zu dem Buch:
Edgar Reitz, Peter Steinbach: Heimat. Eine deutsche Chronik, Nördlingen (Greno);
von diesem Buch gibt es zwei Ausgaben: geb. 1985, ISBN 3-92156-820-X, und PB
1988, ISBN 3-89190-899-7. je 607 S.;
das original Drehbuch zum Film, es enthält die ursprüngliche Fassung, die im
Vorfeld und während der Dreharbeiten teilweise deutlich verändert wurde. So
wurde etwa in der endgültigen Fassung des Films z. B. von einer durchgängigen
Rahmenhandlung mit Rückblenden (vergleichbar mit Film 11) abgesehen, die
Lautzenhausener Prostituierten (vgl. ebenfalls Film 11) spielen
(glücklicherweise, wie ich persönlich meine) keine so bedeutende Rolle etc.
(Übernommen von meiner Heimat-Mediographie-Seite
http://www.heimat123.de/heimlit.htm).
Nachtrag: Außerdem finden Sie auf meinen Seiten eine von mir ergänzte und
überarbeitete Fassung des auf den Seiten der ERFilm abzurufenden Filmskripts von
Heimat, siehe http://www.heimat123.de/h1db.htm
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Sind die Filme in Englisch (NTCS format) erhaeltlich?
S. H., 17.7.2004
Ja, es gibt eine VHS-NTSC-Ausgabe von der Firma Facets, siehe
http://www.heimat123.net/videoncd.html oder
http://www.facets.org/asticat?function=buyitem&catname=facets&catnum=/27403
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Ist "Heimat" immer noch so ein Thema, das so viel Zuspruch
findet?
J. R., 6.5.2004
Ja, in der Tat erlebe ich es durch das Feedback auf meine Internetseiten so,
dass Heimat auch heute noch eine beachtliche Fangemeinde in aller Welt hat.
Diese Fangemeinde ist sicher nicht sehr groß, aber dafür um so stabiler und
kompetenter. Ich schätze, dass die Ausstrahlung der dritten Heimat noch einmal
einen richtigen Schub bedingen wird, zumal sinnvoller Weise ja im Vorfeld
zumindest Heimat auch im TV wiederholt wird.
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Welche Orgelmusik spielt Hermann zum Schluß in der Kirche? Und wer hat die Komposition fuer Hermann's Uraufführung tatsächlich geschrieben?
R. s., 2.2.2004
Was Hermännchens Orgelspiel am Ende der Folge 9 angeht so bin ich ziemlich
sicher, dass es sich dabei um eine Improvisation handelt bzw. um ein eigens von
Nikos Mamangakis für diese Szene eingespieltes Stück, nichts jedenfalls, was man
in Notenform irgendwo kaufen könnte. In Heimat ist es ja so, dass Hermann nicht
wirklich spielt, sondern nur seine Hände bewegt. In Die Zweite Heimat spielen
die Schauspieler alle Stücke selbst, sogar in der ersten Folge, als die Szene
aus der Kirche mit anderer Besetzung zitiert wird, spielt Henry Arnold offenbar
selbst.
Auch bei Hermanns Uraufführung in Folge 10 gehe ich mit großer Sicherheit davon
aus, dass es sich um ein Stück handelt, das Nikos Mamangakis geschrieben hat,
entweder bereits früher oder für den Film.
Reitz und Mamangakis haben sich beim Studium in München in den 60er Jahren
kennen gelernt. M. hat bereits frühere Filme von Reitz vertont. Auffällig dabei
sind die Elemente aus dem Bereich der atonalen Musik.
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In einer Folge der zweiten Heimat wird die Situation speziell
unter den Studenten zum Zeitpunkt der Ermordung von John F. Kennedy geschildert.
Ich habe selbst aus ganz persönlichen Gründen eine starke Erinnerung an diesen
Tag, um so mehr hat mich verwundert, daß Edgar Reitz als Datum für diesen Tag ganz
ausdrücklich den 23. November 1963 nennt. Tatsächlich wurde Kennedy aber einen
Tag vorher, nämlich am 22.11.1963 ermordet. Die Zeitverschiebung führte dazu,
dass die Nachricht von Tode JFKs (er starb gegen 14.00 Uhr Ortszeit in Texas)
etwa gegen 20.00 Uhr des gleichen Tages in Deutschland bekannt wurde.
S. H., 14.1.2004
Was die Kennedy-Sache angeht so haben Sie wohl Recht, ich gehe davon aus, dass
es sich einfach um einen Irrtum (und damit nicht um absichtliche Verfälschung)
handelt. Edgar Reitz ist ansonsten in diesen historischen Fragen sehr genau, aber eben auch nur ein Mensch, möglicherweise ist der Irrtum durch eine
falsch herum gedachte Zeitverschiebung entstanden.
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Habe vor ein paar Jahren "Geschichten aus den Hunsrückdörfern"
auf SWR oder WDR als einteiligen Dokumentarfilm gesehen. Ich habe leider zu spät
eingeschaltet und hatte auch keine Möglichkeit der Aufzeichnung. Nun meine
Frage: Kann ich den Film als Kaufkassette erwerben bzw. ist Ihnen ein
Sendetermin bekannt, wann es das nächste Mal ausgestrahlt wird ?
M. K. C., 30.11.2003
Ja, da sprechen Sie ein ganz schwieriges Thema an. Es gibt keine kommerzielle
Video- oder DVD-Veröffentlichung des Films. Ich selbst habe ihn 2002 im
Rahmen einer Reitz-Retrospektive im Pro-Winzkino in Simmern gesehen und bin
seitdem auch ganz heiß auf der Suche danach, (Nachtrag:) und inzwischen beim
Mitschnittservice des WDR fündig geworden. Es ist zu hoffen, dass dieser
unglaubliche Film irgendwann wiederholt wird, vielleicht am ehesten auf einem
der neuen ARD-Digital-Sender.
Nachtrag: zum Inhalt der "Geschichten ..." siehe
http://www.heimat123.de/gadh.htm
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Wo kann ich nachlesen, wieviel der Geschichten autobiografischen
Hintergrund haben (also wieviel von Hermännchen ist Edgar Reitz selbst) und
welche Episode, welche Figur ist frei ´erfunden´? Mich interessiert die Frage,
wie Edgar Reitz ein solch filigranes Bild zeichnen konnte ohne die Situationen
selbst erlebt zu haben und ohne die Personen genau gekannt zu haben.
G. v. W., 10.11.2003
Die biografischen Bezüge der Simon-Familie zu Reitz' eigener Biografie sind
mannigfaltig. Vieles wird in seinem (sogar noch erhältlichen) Buch "Drehort
Heimat" deutlich, ebenso in der Biographie "Film als Heimat" von Reinhold Rauh
(vgl. http://www.heimat123.de/heimlit.htm). Etwa die Tatsache, (...), dass Reitz' Vater Robert hieß
und als Uhrmacher arbeitete, dass der Eduard Simon das Abbild seines eigenen (gehandycapten)
Bruders Guido ist, dass der Großvater von Reitz Schmied in Morbach-Hundheim war,
auch den Radiobastler gab es in der Verwandschaft, dass auch Reitz als
Heranwachsender unsterblich in eine viel ältere Frau verliebt war (die
Hermännchen-Episode ist in der Tat nahezu autobiographisch!) etc. Anton führt in
der Scheune seine Filme mit genau der Kamera vor, die Reitz als Jugendlicher
geschenkt bekam und mit der er wahrscheinlich ähnliches tat.
Hinzu kommt die Nähe zu den Menschen im Hunsrück und ihren Lebensgeschicht(ch)en.
Als Reitz und Steinbach 1979-81 in Woppenroth das Drehbuch schrieben verbrachten
sie ihre Zeit nicht nur mit Recherchen in Archiven, sondern auch mit Gesprächen
mit den Einheimischen, sogen deren Geschichten und Anekdoten geradezu in sich
auf. Auch davon ist vieles im Film wieder zu finden, als bedeutendste Szene ist
hier der im Regen auf der Straße zurückgelassene Sarg zu nennen. Für Reitz sind
seine Akteure keine Fremden, sondern Freunde und Verwandte. Und nur so konnte er
auch den Film in dieser unnachahmlichen Art drehen.
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Auf Ihrer sehr informativen und professionell gestalteten
Homepage habe ich heute erfahren, dass der Woppenrother Wirt Rudi Molz
verstorben ist. Sie erwähnen die "tragischen Umstände" seines Todes. Es
interessiert mich, worin diese genau bestanden. Ist er verunglückt? Und führte
er bis dahin noch seine Gastwirtschaft?
H. H. B., 1.7.2003
Rudi Molz ist tragischerweise im November 2001 beim Arbeiten in seinem kleinen
landwirtschaftlichen Betrieb aus ungeklärten Gründen vom Heuboden etwa 2,5 m
tief auf den Steinboden seiner Scheune herabgestürzt und hat dabei schwere
Kopfverletzungen davongetragen. Zunächst lag er im Koma, um Weihnachten herum
schien es ihm allerdings wieder besser zu gehen; er war für längere Phasen bei
Bewusstsein und durchaus ansprechbar. In der Reha-Klinik in Bernkastel-Kues ist
er dann im Januar plötzlich und unerwartet verstorben. Bis zu diesem Zeitpunkt
führte er die Gastwirtschaft und seinen landwirtschaftlichen Betrieb gemeinsam
mit seiner Frau Marga. Seit seinem Tod führt Marga die Gastwirtschaft und den
Fremdenverkehr (2 Ferienwohnungen und ein Blockhaus) allein weiter.
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Heute sprachen wir über Ernst(chen). Ich hatte ihn sehr negativ
in Erinnerung, aber je öfter ich mir die Serien nun wieder anschaue, desto
differenzierter wird meine Einstellung zu ihm. Nicht ohne Grund sagt Hermann im
Trarbacher Wald zu seinen Freunden: "Der Ernst ist schon in Ordnung". Und
vielleicht bleibt einem Jungen, dessen Bruder sich zuhause so breit macht,
nichts anderes übrig als eine etwas "windigere" Lebensstrategie zu entwickeln.
"Du kommst nach deinem Onkel Wilfried" sagt auf Marias Beerdigung
[sein Vater Paul]
zu Ernst, aber auch der Fliegerfreund und Goldsucher Eduard lässt sich in Ernst wiederfinden. Ernst ist durch seine Zerrissenheit eine der interessantesten
Figuren des Films. Aber welche Figur in "Heimat" ist das nicht! Z. B. Matthias
und Kat: Aus Ermangelung eigener Großeltern habe ich die beiden schon längst
adoptiert. Auch ein Thema: Die Lebendigkeit der Figuren.
V. K., 31.3.2003
Ihre Ambivalenz gegenüber Ernst teile ich. Aber bei genauerer Betrachtung ist
sein Werdegang in der Tat logisch nachvollziehbar. Ich denke da besonders an
sein Verhältnis zu Otto und seine Enttäuschung (er bricht geradezu aus), als der
Brief seines leiblichen Vaters ankommt. Ernst ist schon als Kind ein Heimatloser
in der Heimat, und das setzt sich sein ganzes weiteres Leben hinüber fort, bis
hin zur Verleugnung seiner Verwandtschaft (ich denke an die kuriose Szene nach
dem Krieg in der Wiesbadener Bar, wohin Edu und Paul eine Spritztour gemacht
haben). Sie haben Recht, eine gewisse Seelenverwandschaft zu seinem Onkel
Eduard ist zu erkennen, der allerdings sein ganzes Leben vom Hunsrück gefangen bleibt, obwohl
auch er die Sehnsucht in sich trägt, einmal ganz etwas anderes zu machen (siehe
sein Gespräch mit Paul, bevor sie in besagte Bar fahren).
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Dann ist da der Zuschauer, in diesem Falle ich. Wie kann es
Reitz schaffen, Menschen derart zu emotionalisieren? Warum rieche ich die
regennasse Straße und das regennasse Feld, wenn Hänschen mit dem Fahrrad aus den
Ort heraus fährt, um der Telegraphenleitung zu folgen. Warum spüre ich die
aufsteigende Frühlingswärme der Landschaft und auch die aufsteigende Wärme in
Hermann, als er verzweifelt versucht, doch noch nach Simmern in die Schule zu
kommen? Besitzt Reitz eine Zauberkamera, oder ermöglicht seine ruhige
Erzählweise, dass wir nicht nur sehen?
V. K., 30.3.2003
Ja. Es geht mir genau wie Ihnen. Warum bietet Heimat ein so großes
Identifikationspotenzial? Es kann nicht nur die Erzählweise und insbesondere der
Erzählrhythmus sein, ansonsten wäre bei uns ja der gleiche Effekt beim Sehen von
Die Zweite Heimat entstanden - bei mir ist er das nur begrenzt, nämlich
insbesondere immer dann, wenn Hermann wieder Tuchfühlung zu seinen Wurzeln im
Hunsrück aufnahm. Ich denke daher, es ist die Authentizität, mit der Reitz seine
Geschichten erzählt. Offen, direkt, ohne Schnörkel und andere Kunstgriffe. Der
Dialekt, die Umgebung, aber auch die Alltäglichkeit der Geschichten rücken sie
näher an uns heran. Und deshalb finden wir uns so gut darin wieder, unabhängig
übrigens davon, das zeigen mir die vielen Reaktionen auf meine Seiten, ob man
vom Land oder aus der Stadt kommt, ob man in Deutschland lebt oder nicht.
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Da ich gerade die wiederholte Ausstrahlung im digitalen Programm
"Eins-Festival" der ARD verfolgt habe, würde es mich einmal interessieren, ob es
noch Drehberichte zu Heimat gibt.
L. W., 25.2.2003
Ich konnte folgende Dokumentationen über Heimat und DZH ausfindig machen:
- Ein Denkmal für den Hunsrück. Ein paar Tage mit Edgar Reitz, 45 min., B + R:
Christa Tornow, P: SWF Landesstudio Rheinland-Pfalz, 1982
- Beständiger Wechsel. Das Dorf, die Zeiten und der Heimatfilm, 55 min., B + R:
Stephan Köster, P im Auftrag des WDR, 1984
- Abschied vom Drehbuch. Edgar Reitz dreht "Die Zweite Heimat", 76 min., R Petra
Steeger. P im Auftrag des WDR, 1990
- Bis zum Augenblick der Wahrheit. Edgar Reitz bei der Vorbereitung zu seinem
Film "DZH"; Beobachtet von Robert Busch, 68 min., R Robert Busch, P: ERF im
Auftrag des WDR, 1993
- Liebe zum Kino. Porträt Edgar Reitz, R + B: G. Brand, R. Ostendorf, P im
Auftrag von WDR/arte/Inter nationes, 1993
- Ein Film kommt auf die Welt, 82 min., R Petra Seeger, P im Auftrag des WDR,
1992
- Edgar Reitz: Return to heimat, 60 min., R + B Carole Angier, BBC 1993
Desweiteren ist auf den Kaufcassetten von Heimat im Anschluss an Teil 11 eine
Doku des fwu (Institut für Film und Wissenschaft) über Heimat enthalten, in der
Reitz z. B. den Wechsel von s/w und Farbe u. a. erläutert.
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Ich interessiere mich für die Drehorte aus Heimat 1 und wollte
Sie fragen, wo ich einen Nachweis über die Drehorte finden kann.
T. K., 11.6.2002
Aufgrund Ihrer Anregung entstand eine Website (mit Bildern):
http://www.heimat123.de/h1drehort.htm (Nachtrag: Drehorte von HEIMAT 3 auf
http://www.heimat123.de/h3drehort.htm). Viel Spaß damit!