Ihr Lieben,
diejenigen unter euch, die mich genauer kennen und schon Einzelsitzungen mit mir erlebt haben, wissen, dass ich sehr gerne mit MFL®, dem Lesen im Morphischen Feld arbeite. Aber was genau ist das, das morphische Feld?
Der folgende Text stammt, in leicht veränderter Form, aus einem Themenabend, den ich dazu im Februar veranstaltet habe. Der Abend war übrigens so begeisternd, dass sich direkt einer der Teilnehmer zur Empowerment Week bei Kurz Zyprian Hörmann angemeldet hat. Du möchtest künftig auf solche Abende aufmerksam gemacht werden? Dann schau regelmäßig in die Termine unserer offenen Veranstaltungen und abonniere unseren Newsletter!
Also, das Morphische Feld, was ist das?
Morphologie, der Begriff an sich, bedeutet zunächst einmal die Lehre von der Form, Gestaltung, Struktur. Und schon in den 1920er Jahren wurde in der Entwicklungsbiologie der Begriff des morphogenetischen Feldes im Zusammenhang mit der Entwicklung von Organismen, Organen, Organellen und ähnlichen Strukturen verwendet.

Rupert Sheldrake, von Hause aus Biochemiker und Philosoph, hat das Thema dann 50 Jahre später vertiefend erforscht. 1973 prägte er den Begriff morphisches Feld und veröffentlichte seine Hypothese 1981 in seinem Buch A New Science of Life (deutsch: „Das schöpferische Universum. Die Theorie des morphogenetischen Feldes“). Demnach beschreiben morphische Felder einen Einflussfaktor weit über die Epigenetik hinaus, nämlich auch auf das Verhalten und soziale Strukturen von Lebewesen in Form eines kollektiven Gedächtnisses, eines Gedächtnisses der Natur, das sich durch sogenannte morphische Resonanz präge.1 Man kann morphische Felder auch als unsichtbare Energiefelder beschreiben, durch die Lebewesen miteinander verbunden sind und energetische Information transportiert wird. Dabei ordnen sie „Systeme auf allen Stufen der Komplexität und sind die Grundlage für die beobachtete Ganzheit der Natur, die mehr ist als die Summe ihrer Teile.“2 Andere sprechen daher auch vom Urwissen des Universums, dessen Wirkung sich über Zeit und Raum hinweg erstreckt.
Ein wenig Quantenphysik
Ich möchte ein wenig auf den physikalischen Hintergrund dieser Thematik eingehen, um zu verdeutlichen, wie es sein kann, dass wir von unzähligen Informationen umgeben sind. Die Quantenphysik sagt ja, alles ist mit allem verbunden. Klingt auch noch relativ abstrakt, wie können wir uns das konkreter vorstellen? Ihr alle habt ja in der Schule das Atommodell kennengelernt und vielleicht erinnert euch daran, da ist ein Kern im Zentrum und eine bestimmte Anzahl von Elektronen, die um ihn kreisen (oder sich, das ist die quantenphysikalische Sicht der Dinge, an irgendeiner bestimmten Stelle der Hülle mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit aufhalten). So oder so, ein Atom besteht zu weniger als 0,001 % aus Materie, die man wiegen oder messen könnte, und zu mehr als 99,999 % aus Energie, Schwingung. Andreas Burani besingt das ja auch so schön. „Wir sind aus Staub und Phantasie“, vielleicht kennt ihr das Lied.
Und diese Phantasie, diese Schwingung, das sind elektromagnetische Wellen, mit denen sich eben auch Informationen speichern und übertragen lassen. Nicht anders, als es beim Radio, bei der Mobiltelefonie oder beim Fernsehen genutzt wird. Da gibt es für jede Anwendung, d. h. je nach Art der Wellen, bestimmte Sender und Empfänger (mehr dazu findest Du in meinem Text Staub und Phantasie). Unser Sender und unsere Antenne ist unser Herz. Man hat beispielsweise festgestellt, das Herz erzeugt ein etwa fünf Volt starkes elektromagnetisches Feld, das noch in 30 Meter Entfernung physikalisch nachweisbar ist. Und auch die Fähigkeit des Herzen, Informationen wahrzunehmen, überstiegt die des Gehirns um ein Vielfaches: Wenn das Herz sich auf die Geschwindigkeit des Verstandes samt Unterbewusstsein reduzieren und mitteilen wollte, was es in einer Sekunde wahrnimmt, so würde es 50 Stunden dafür brauchen (vgl. dazu meinen Beitrag Die Weisheit unserer Herzen).
Also: Alles ist mit allen verbunden und wir sind ein Teil eines großen Ganzen, des Universums. Morphische Felder kann man sich in diesem Sinne als große Informationsspeicher vorstellen, in denen alles gespeichert und auch abrufbar ist, was jemals gedacht, gefühlt, gesagt oder getan wurde, wie eine große Festplatte, die in jedem Moment weiter mit unendlich vielen Daten gefüttert wird.
Was vielleicht noch etwas schwieriger vorstellbar ist, dass da diese zeitliche, rückwärtig gerichtete Dimension ist, dass zum Beispiel auch Informationen aus der Zeit von Atlantis oder aus der Zeit von Jesus Christus im Feld greifbar sein sollen – oder aus früheren Leben, die wir gelebt haben. Vielleicht helfen einige Beispiele, das etwas besser zu verstehen und nachvollziehen zu können.
Beispiele zur Bestätigung der Hypothese der Existenz morphischer Felder
Ein klassisches Beispiel, das Rupert Sheldrake selbst auch immer wieder verwendet hat, stammt von William Dougal, der an der Harvard-Universität das Lernverhalten von Ratten in Labyrinthen untersucht hat. Er stellte dabei fest, dass Ratten schneller aus dem Labyrinth heraus fanden, nachdem bereits andere Ratten, also ihre Vorfahren, zu denen es keinen direkten Kontakt gab, den Weg hinaus gefunden hatten. Zunächst hatten die Ratten im Durchschnitt 165 Versuche gebraucht, einige Generationen später gelang es bereits nach 20 Versuchen.3
Ein anderes Beispiel kommt aus der Chemie, in der sich ein anderes noch ungeklärtes „Lernverhalten“ bei der Züchtung von Kristallen beobachten ließ. Wenn eine neue chemische Verbindung erstmals hergestellt wird, geht der Kristallisationsprozess langsam vonstatten. Sobald andere Forscher das Experiment wiederholen, stellen sie fest, dass der Prozess schneller abläuft. Ganz ähnlich die Tatsache bzw. Erfahrung, dass die wichtigsten Erfindungen der Menschheit oft von zwei Menschen völlig unabhängig voneinander fast gleichzeitig gemacht wurden, z. B. der Dieselmotor.4
Sheldrake verweist zudem häufig auf ein Experiment, das der südafrikanische Naturforscher Eugène Marais in den 1920er Jahren durchgeführt hat: In einen Termitenbau wird ein durchgehender, senkrechter Spalt von mehreren Zentimetern Breite geschlagen. Danach wird in dessen Mitte eine über die Ränder hinausragende Stahlplatte fixiert, sodass die beiden Hälften des Baus voneinander getrennt, die Schnittflächen aber noch offen sind. Dies habe nun nicht verhindern können, dass die Termiten auf beiden Seiten der Platte bei der Reparatur des Schnittes ähnliche Bögen errichten, die sich ohne die Platte exakt treffen würden.5
Oder das „Phänomen der „milchschnäbelnden“ Meisen in Großbritannien. In den 1920er Jahren bemerkte man, dass diese Vögel gelernt hatten, die Aluminiumfolie von Milchflaschen zu entfernen, die vor den Häusern abgestellt wurden, um an die auf der Milch schwimmenden Sahne zu gelangen. Das Erstaunliche daran war, dass diese Fähigkeit scheinbar „über Nacht“ bei vielen Vögeln auftrat, weit über das ursprüngliche Gebiet hinaus, in dem sie zuerst beobachtet wurde. Sheldrake interpretierte dieses Verhalten als ein Beispiel für das Wirken eines morphogenetischen Feldes, durch das die Fähigkeit schnell auf andere Vögel übertragen wurde. (…) Der Gedanke dahinter ist, dass, sobald eine kritische Masse an Individuen ein neues Verhalten erlernt hat, dieses Wissen durch ein morphogenetisches Feld schneller an andere Individuen derselben Spezies weitergegeben werden kann, unabhängig von deren geografischer Lage.“6
So wie beim Mythos vom hundertsten Affen: 1958 beobachteten Wissenschaftler auf der japanischen Insel Kōjima eine Gruppe Affen. Schließlich begannen die Forscher, den Tieren als Nahrung Süßkartoffeln zu geben. Nach und nach verbreitete sich unter den Tieren das Verhalten, die Kartoffeln vor dem Verzehr zu waschen. Was dann (.) geschah, beschreibt 1979 der Botaniker Lyall Watson so: „Mit dem Hinzukommen dieses hundertsten Affen überschritt die Zahl jedoch offenbar eine Art Schwelle, eine bestimmte kritische Masse, denn schon am Abend desselben Tages tat es fast der gesamte Rest der Herde. Und nicht nur das: Das Verhaltensmuster scheint sogar natürliche Barrieren übersprungen zu haben und“ ist (…) auch in Kolonien auf anderen Inseln sowie bei einem Trupp (…) auf dem Festland spontan aufgetreten.7
Das Beispiel mit den Meisen geht übrigens noch weiter: Ein paar Jahre später wurden die Verpackungen der Milchflaschen geändert. Die Flaschen wurden durch Plastik ersetzt, einen Deckel gab es nicht mehr. Die Vögel suchten sich eine andere Nahrungsquelle. Die Generationen, die noch Milchflaschendeckel aufpicken konnten, starben aus. Jahre, also Generationen von Vogelkindern später, wurden die Flaschen mit Deckel wieder eingeführt. Es dauerte nur eine kurze Zeit und sie wurden wieder mit derselben Sicherheit gefunden und als Nahrungsquelle erkannt, viel schneller als die ersten Vögel brauchten, um das herauszufinden.8
Nicht verifizierbar, aber bisher auch nicht widerlegt
In der Wissenschaft hat eine Hypothese so lange bestand, wie sie nicht sicher widerlegt ist. Da man morphische Felder nicht direkt nachweisen, sondern auf ihre Existenz nur anhand von beobachteten Verhaltensweisen schließen kann, wurde immer wieder auch mit Experimenten versucht, Sheldrakes Hypothese zu widerlegen. In einem davon hatten beispielsweise „deutsche Schüler japanische Schriftzeichen zu lernen, die entweder in der japanisch richtigen Schriftlage oder in einer nach japanischer Norm falschen Lage dargeboten wurden (für deutsche Augen dennoch aber als richtig erscheinend). Der Versuch zeigte nun, entgegen jeder vernünftigen Erwartung, einen hochsignifikanten Unterschied in der Wiedererkennungsrate zwischen „japanisch richtig“ und „japanisch falsch“ über fünf Durchgänge hinweg, so als ob die deutschen Versuchspersonen vom Japanischen, das ihnen völlig fremd war, doch schon irgendwelche Vorkenntnisse gehabt hätten. Da die Ergebnisse bei den Versuchsplanern Verwirrung stifteten und sich durch alternative Erklärungen nicht neutralisieren ließen, wurden Replikationsversuche nachgeschoben, zum Teil double-blind, das heißt mit Versuchsleitern, die die Lösung nicht kannten. Das Ergebnis blieb das gleiche.“9
Ein weiteres, ähnliches „Beispiel: Das angesehene amerikanische Brain/Mind-Bulletin entwickelte einen Versuch, bei dem die Leser der Zeitschrift drei Reime auswendig lernen sollten. Der eine war ein japanischer Kindervers, der zweite ein Vers von einem zeitgenössischen japanischen Dichter, und der dritte war eine sinnlose Lautfolge. Nach der morphogenetischen Feldtheorie hätte der traditionelle Kinderreim, den Millionen und Abermillionen Japaner über viele Generationen gelernt haben, eine morphische Resonanz erzeugt; er müsste also messbar leichter auswendig zu lernen sein als andere Lautfolgen. Und tatsächlich war das Ergebnis, dass der Kindervers am schnellsten gelernt wurde. (…)
Bei einem anderen großangelegten Versuch, an dem die englische Fernsehgesellschaft BBC und später auch der NDR und somit Millionen von Zuschauern beteiligt waren, ging es darum, dass Versuchspersonen auf Bildern, die wie zufällige Kritzeleien oder abstrakte Graphiken aussahen, verborgene Gesichter entdecken sollten. Das Resultat war erstaunlich und bestätigte Sheldrakes Erwartungen: Diejenigen Gesichter, die zuvor im Fernsehen gezeigt worden waren, wurden von den Versuchspersonen (die die Sendung nicht gesehen hatten) um vieles eher erkannt, das heißt aus den Vexierbildern entschlüsselt, als die Gesichter, die nicht gezeigt worden waren. Die Chance, dass dieses Ergebnis durch Zufall zustande kam, ist tatsächlich kleiner als eins zu hundert.“10
Sheldrake ist mit seiner Hypothese übrigens alles andere als allein. Andere Forscher haben auch schon früher über ähnliche Phänomene geforscht und darüber geschrieben, beispielsweise Rudolph Steiner über die Akashachronik und den Ätherleib. Carl Gustav Jung hat über das kollektive Unbewusste nachgedacht und geforscht. Oder Burghard Heim, ein Physiker, der anstelle des vierdimensionalen, in dem wir leben oder besser gesagt zu leben glauben, ein Zwölfdimensionenmodell vorgeschlagen hat. Die Schamanen sprechen von der Anderswelt, Günter Heede von einer Matrix oder andere ganz allgemein vom Universum als dem All-umfassenden. Und so steht Rupert Sheldrake in seiner Forschung in einer ganz, ganz langen Tradition.
Kollektives Bewusstsein ist messbar!
Übrigens ist globales kollektives Bewusstsein im Sinne morphischer Felder auch tatsächlich messbar. Es wurde zum Beispiel von Forschern ein weltweites Netzwerk installiert, das über sogenanntes weißes Rauschen das Bewusstsein der Menschheit misst wie ein weltweites EEG. Und das Erstaunliche ist dabei, es gab bei weltweit Aufsehen erregenden Ereignissen, wie zum Beispiel dem Tod von Prinzessin Diana oder am 11. September 2001 beim Anschlag auf das World Trade Center in New York, weltweit gleichzeitig sehr starke synchrone Ausschläge. Und dies bei dem letzten Beispiel World Trade Center erstaunlicherweise schon fast fünf Stunden vor dem Einschlag des ersten Flugzeugs, also als noch niemand z. B. durch die Medien davon etwas wissen konnte, verzeichneten die Messsysteme schon weltweit einen signifikanten Anstieg der Schwingung und Informationsdichte im Feld.11
Ja, was so erstaunlich klingt, ist in der Natur eigentlich ein wohlbekanntes Phänomen. Zum Beispiel war bei dem großen Tsunami im Jahr 2004 zu beobachten, dass lange bevor die Katastrophe ihren Lauf nahm die Tiere ins Landesinnere liefen und sich in höher gelegenen Gebieten in Sicherheit brachten. Oder es gab 1975 in der ostchinesischen Stadt Haicheng ein starkes Erdbeben, in dessen Vorfeld (Wochen) die Schlangen aus ihrem Winterschlaf erwachten und ans Tageslicht krochen (wo sie alsbald erfroren), was die Bewohner alarmierte und für eine schnelle Evakuierung sorgte. So konnten zehntausende Leben gerettet werden, obwohl etwa 90 % der Gebäude zerstört oder beschädigt wurden.12
Aber nicht nur in der Tierwelt werden Informationen aus morphischen Feldern genutzt, sondern auch bei Menschen, immer dort, wo es um die Nutzung der Intuition geht: Telepathie, Fernheilungen, Pendeln, Tarot, Schamanismus, systemische Therapiearbeit sind uns allen bekannte Beispiele dafür.13
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Fußnoten
- vgl. Rupert Sheldrake: Das schöpferische Universum. Die Theorie des morphogenetischen Feldes, komplett überarb. Neuausgabe München 32013, S. 19 [↩]
- https://de.wikipedia.org/wiki/Morphisches_Feld [↩]
- vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Morphisches_Feld [↩]
- vgl. ebd. [↩]
- vgl. ebd. [↩]
- https://www.seistolzaufdich.de/von-der-spiritualitaet-zur-wissenschaft-die-entdeckung-der-morphogenetischen-felder-durch-rupert-sheldrake/, hier ist dazu auch eine sehr ausführliche wissenschaftliche Abhandlung aus dem Jahr 2022 zu finden: Otter, Chris (2023). Milk in Motion: Logistical Geographies in Twentieth-Century Britain. Global Food History, 9(1), 47–71. Online unter https://doi.org/10.1080/20549547.2022.2138068 [↩]
- vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Morphisches_Feld [↩]
- vgl. https://www.welpen.de/service/jetter/rupert-sheldrake/ [↩]
- https://www.zeit.de/1990/12/hat-die-natur-ein-gedaechtnis/komplettansicht [↩]
- ebd. [↩]
- vgl. Kurt Zyprian Hörmann: Fühlen ist klüger als Denken. Mit Intuition die richtigen Entscheidungen treffen, Bielefeld 62016, S. 29 [↩]
- vgl. ebd., S. 30f., und https://www.latimes.com/archives/la-xpm-1988-02-01-me-26851-story.html [↩]
- vgl. ebd., S. 27f. [↩]